Abriss und Ausbau
Während die Mannschaft im Urlaub war, haben wir im Juli das alte Teakdeck abgerissen. Dazu mußten alle Decksbeschläge, Winschen und ca. 2600 Pfropfen und genau so viele Schrauben entfernt werden. Dann folgte der Abriss der Leisten und der Laibhölzer und der Abbau des Steuerstandes. Eine schweißtreibende Angelegenheit bei über 40 Grad Hallentemperatur.
Im August bauten wir mit den Jungs im Schiffsinneren alle Holzteile bis auf die einlaminierten Schotten, Kleiderschränke und Kojenrahmen aus. Alles wurde beschriftet, nummeriert, im PC erfasst und ins Holzlager verfrachtet.
Alle werkseitig eingebauten Vinylflächen, an Decken, Wänden und Schrankinnenverkleidungen früher einmal weiß inzwischen dunkelgrau bzw. vergilbt und nicht überall mehr fest mit dem Untergrund verbunden sahen nicht nur unästhetisch aus sondern stanken auch erbärmlich und wurden entfernt.
Nach dem Ausbau aller Schalter, Aggregate, Instrumente, Lampen entfernten wir alle Kabel. Die Kabelführung hatte sich während der letzten 20 Jahre verselbstständigt und war sehr unübersichtlich geworden.
Nächster Schritt Ausbau der Toiletten, Waschbecken und Entfernung aller Druck-, Abwasser- und Lenzschläuche und damit verbunden Ausbau aller Kugelhähne und Seeventile. Safty first - das Material war teilweise verrottet.
Am aufwendigsten gestaltete sich der Ausbau des Motors. Doch mit Hilfe der benachbarten Maschinenbaufabrik Bröker & Becker konnte auch dieses Problem gelöst werden. Das dann die versiffte Motorraumdämmung herausgerissen werden mußte - das war die dreckigste und geruchsintensivste Arbeit - erschien uns selbstverständlich.
Unsere HR entwickelte sich zur Großbaustelle. 15 Löcher im Rumpf, nackte Bordwände und keine Decken im Schiffsinneren, kahles Deck und kahles Cockpit und immer wieder neue kleinere und größere Mängel. Wie z.B. verrottete Wassertankdomdeckel, verrotteter Dieseldomdeckel, nicht zu reparierender Dieselgenerator, durchgerosteter Heißwasserboiler, die Heizung nur noch Schrottwert und so weiter - 20 Jahre hinterlassen eben ihre Spuren.
Mit Spezialreinigern haben wir die Innenbordwände geschrubbt. Klebten doch 20 Jahre alten Ablagerungen auf dem GfK, sichtbar geworden durch den Ausbau der Schweißlatten. Die durchgängige Bilge wurde der gleichen Prozedur unterzogen.
Die zugänglichen Wassertanks zeigten sich nach dem Abbau der verrotteten Domdeckel als verhältnismäßig sauber und wurden mehrfach durchgespült. Nachdem Bordinnenwände und Bilge gereinigt und entfettet waren, haben wir sie mit weißem Yachtlack 2x lackiert.
Alle eingebauten und einlaminierten Holzteile peelen, mit 80ziger, 120ziger und 240ziger schleifen bis der Arm abfällt. Schiffsinnere reinigen und Schutzlackierung für Gfk und Holz aufbringen. Danach alle Holzteile nach und nach aus dem Holzlager holen - peelen, schleifen und in bis zu 10 Schichten hauchdünn seidenmatt lackieren, wobei nach jedem Lackiergang mit weicher Stahlwolle alles wieder angeschliffen wird. Selbstverständlich ist dabei der Staubsauger im Dauereinsatz. Die lackierten Holzteile wandern wieder ins Holzlager.