DAS WETTER WURDE 69 JAHRE ALT!

Montag, 12. Januar 2009 3:45

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“Anna Maria” auf 10090 kHz, gibt es eine Meldung vorab und wie komme ich durch?? Es ist 20.00UTC und es ist Zeit bei Winfried einzuchecken. Seit Jahren schon täglich das gleiche Ritual und dann gibt es Wetter: Die Großwetterlage im Pazifik,  das Regionale von Australien, den Salomonen über Vanuatu, Neukaledonien, Fidschi, Tonga bis nach Neuseeland, gerne auch noch französisch Polynesien, die Cooks und Samoa. Für diejenigen die unterwegs sind, ist auch noch ein Routing drin. Täglich über eine Stunde Funk auf der 10090, danach auf der 14770, der 6464, der 4140 und zurück auf 10090.

Schon Stunden vorher hat Ute auf der Anna Maria die Daten auf den Computern  gesammelt. Es wird ausgewertet, interpretiert und gemittelt.  Kaum ein Segler der nicht auf Frequenz ist und auf die geballte Ladung Wetterinformationen verzichtet. Wer die Anna Maria  mal nicht hört, findet immer ein Relais.

Am 7. Januar wurde der Geburtstag von TO-Mitglied Winfried groß  gefeiert. 40 Gäste, überwiegend TO-Mitglieder  genossen den schon traditionellen Schweinebraten bei Klaus und Erika in Paihia, unserem TO Stützpunktleiterehepaar. Bei  Null/achtel  Bewölkung und sommerlichen Temperaturen startete das  Fest, begleitet von Country und Rock Live - Musik, um 18.00 Ortszeit und endete nach Tanz und vielen Gesprächen unter einem klaren Sternenhimmel tief in der Nacht. Da hat  wohl selbst das Wetter gratulieren wollen.  Die Liste der feiernden TO- Mitglieder liest sich so:
Klaus und Erika - TO-Stützpunktleiter
Winfried und Ute - SY Annamaria
Walter- SY Cinderella
Peter - SY Dakota
Edmund - SY Felicitas
Wolfgang und Gertrude - SY Golden Tilla
Beate und Detlev - SY Kira von Celle
Doris und Albin- SY Kiwi Kiwi
Vera und Ernesto - SY LiberTee
Volker und Evelyn - SY Loh
Renate und Helmut - SY Nukualofa
Renate und Hartmut - SY Renahara
Evi und Wolfgang - SY Sleipnier
Sylvia und Michael- SY Tanoa
Maja und Axel - SY Tulivej
Andrea - SY Vivaci
Günter und Ute- SY Y-Not
Wenn so viele TO-Mitglieder zusammenkommen, dann wird natürlich auch über den TO gesprochen. Einige diskutierten vor allem über ein Schreiben unseres Vorsitzenden Herrn
Bernd Luetgebrune an die TO-Stützpunktleiter. Auch wir sind der Meinung,  dass es lohnt darüber nachzudenken  und stellen den Text hier vor.  Unser Dank gilt vor allem Klaus und Erika die wieder einmal ihr traumhaftes Anwesen zur Verfügung stellten, um den TO-Mitgliedern und anderen Gästen einen geeigneten Platz anzubieten, ohne den ein solch gelungenes Fest nicht zustande kommt.
Der TO Vorsitzende schrieb am 11.Dez.2008
An die Stützpunkte
Liebe Stützpunktleiterinnen, liebe Stützpunktleiter
Verzeihen Sie mir zunächst, dass ich nicht jeden persönlich anspreche, bei 190 Stützpunkten, die “Trans-Ocean” derzeit rund um die Weil hat, ist dies mit ehrenamtlicher Arbeit - von der Sie ja eine Menge verstehen - nicht machbar.
Auch wenn wir Ihnen in diesem Jahr kein Präsent übersenden können, haben wir doch nicht vergessen, dass Sie ein ganz wesentliches Element des Vereins sind und wollen Ihnen auch auf diesem Wege Dank sagen für Ihren Einsatz, Ihre Hilfsbereitschaft und Ihnen ein frohes besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches, erfolgreiches und insbesondere gesundes neues Jahr wünschen.

Ihr Erfolg ist dabei natürlich immer ein Gewinn für unsere Segler, die große Familie, die dem “Trans-Ocean” angehören!
Ich möchte die Gelegenheit aber auch benutzen, Sie zu bitten, mit darauf zu achten, dass die Yachten und Besatzungen, die Ihre Hilfe als “TO”- Stützpunkt in Anspruch nehmen, auch zum Verein gehören, also insbesondere einen TO-Standerschein vorweisen können.
Dies, um es Nichtmitgliedern zu erschweren, Ihre für TO aufgewandte Zeit zu belegen, aber auch zu Ihrem ganz eigenen Schutz und in Ihrem eigenen Interesse: Für Hilfeleistungen, Dienstleistungen, die Sie gegenüber Vereinsangehörigen als TO-Mitglieder erbringen, die also im Vereinsverband erfolgen, gilt ein anderer Haftungsmaßstab, als wenn die gleichen Leistungen Dritten gewährt werden.
Im Vereinsverband haftet jeder grundsätzlich nur für die Sorgfalt, die er in eigenen Angelegenheiten zu beachten pflegt. (Diligentia quam in Suis), gegenüber Dritten gilt ein anderer, ein objektiver Haftungsmaßstab für Sorgfaltspflichten.
Ich weiß, dass diese juristischen Hinweise Sie vielleicht überraschen, gerade in einer Weihnachts- und Neujahrsbotschaft, bin aber sicher, dass Sie diese Grundlagen kennen sollten, um Ihren segensreichen Einsatz für den Verein und seine Mitglieder auch rechtlich für Sie zum Erfolg und zur Freude werden lassen und Ihnen keinen Kummer bereitet.
In diesem Sinne also noch einmal ein gutes, erfolgreichen neues Jahr 2009, viele Anläufe von freundlichen dankbaren Yachten und Besatzungen des “Trans-Ocean” wünscht
B. Luetgebrune

Der obenstehende Bericht wurde dem Trans-ocean mit nachfolgendem Schreiben übermittelt:

Lieber Helmut,

wir wünschen Dir ein frohes und gesundes Jahr 2009. Im April werden wir für einige Wochen in Deutschland sein und würden uns freuen Dich auf eine Tasse Kaffee besuchen zu dürfen. Schreibe uns doch bitte Deine Adresse und eine Telefonnummer. Der beiliegende Bericht liegt uns am Herzen, um die zu ehren, die auch ehrenamtlich mehr leisten als üblich ist. Winfried ist mit seinem Wetternetz für die Segler im westlichen Pazifik praktisch nicht zu ersetzen und Klaus trägt auf seine Weise dazu bei unseren Zusammenhalt zu festigen.  Wir haben den Abend auch genutzt um über das erwähnte Schreiben zu sprechen, das die Segler besonders zur Kenntnis genommen haben, denen auch das Vereinsleben des TO etwas bedeutet. Wir stehen mit einigen TO-Stützpunktleitern im nicht europäischen Ausland in Verbindung und wagen daher zusammenzufassen, dass der Brief nicht in allen Einzelheiten verstanden wurde. Gerne würden wir  Herrn Luetgebrune direkt ansprechen, doch dieser Weg ist vermutlich erfolglos, nachdem der Vorsitzende unser letztes mail gänzlich unbeantwortet gelassen hat und wir nicht einmal einen Eingangshinweis des Sekretariats bekamen.

Der Hinweis auf die besondere Haftungslage im Vereinsverband ist für Deutschland sicherlich richtig und mag auch in Europa auf dem Wege der Vereinheitlichung sein. Dies gilt aber mit Sicherheit nicht für das übrige Ausland, insbesondere nicht für die Länder der zweiten und dritten Welt. Das hieße, dass  der Vorsitzende stets von einem Gerichtsstand in Deutschland ausgeht, egal wo auf der Welt ein Problem zwischen einem TO Stützpunktleiter  und einem Mitglied zu verhandeln wäre.  Es ist zur Kenntnis zu nehmen , dass viele überseeische Länder von einem so fein strukturierten Rechtssystem wie in Deutschland weit entfernt sind und wenn sie es hätten von Verbreitung und Anwendung keine Rede sein kann.  Hier ist jetzt mehr Aufklärung nötig als vor dem Schreiben.

Der Hinweis an die TO-Stützpunktleiter, die Mitgliedschaft der sie kontaktierenden (TO) Yachten zu beachten, hat das Zeug heftige Reaktionen auszulösen. Es wird betont, dass vor allem der Standerschein die Mitgliedschaft dokumentiert. Unser Standerschein ist im August 2007 abgelaufen, wir waren seit dieser Zeit nicht in Deutschland um ihn zu erneuern. Wir sind auf Reisen und wollen uns nicht einengen lassen, indem wir irgendwo warten um einen neuen Standerschein der mit irgendeiner entweder teuren oder unzuverlässigen Post vielleicht abgeschickt wird. Das gleiche Problem haben wir mit dem jährlich neuen Nachweis zur Haftpflichtversicherung. Da lassen wir uns eine e-mail schicken, wenn notwendig. Den Eigentumsnachweis für die Yacht liefern wir durch unseren Eintrag in das Seeschifffahrtsregister. Der TO bucht unseren Jahresbeitrag für zwei Personen regelmäßig ab und wenn die vor ca. 20 Jahren von Beate Schmandt begründete Mitgliedschaft nicht   bei der Einrichtung der EDV beim TO für „verloren gegangen“ wäre und neu beantragt werden musste, hätte sie früher das Anrecht auf eine dieser Ehrennadeln.

Stattdessen dürfen wir uns jetzt erst mal nicht mehr als Mitglieder ansehen. Dürfen wir dann noch für den TO schreiben?  Polemik beiseite, das Thema Standerschein gehört behandelt, aber sicher nicht so, auf diesem Weg gibt es keinen Erfolg, da sind wir sicher. In den Gesprächen mit TO Seglern wird klar, dass die engagierten unter ihnen beim Nachdenken über diesen Hinweis Bestürzung empfinden und  vielen TO-Stützpunktleitern  geht es wohl ähnlich. Der Vorsitzende hat recht, wenn er den Stützpunktleitern freundliche und dankbare Yachten wünscht und so denken die  w i r k l i c h  ehrenamtlichen TO-Stützpunktleiter auch. Dann ist es aber für die TO-Stützpunktleiter, um die es dem Vorsitzenden ja geht, vermutlich von geringer  Bedeutung, ob da nun ein gültiger Standerschein vorhanden ist, oder nicht. Es gelingt  offensichtlich nicht die lange schon vorhandenen Unterschiede in der Vereinssicht zwischen Seglern und dem Vorstand abzubauen.  Wer sich auskennt, staunt über die Art der Adressverwaltung, auf die der Vorsitzende in seinem ersten Satz Bezug nimmt. Es gibt  schlichte Programmierungen, die bei Serienbriefen für die richtige Anrede und die Eingaben der Anschrift im Briefkopf sorgen, gesucht wird ein kundiger Anwender. Kann denn da nicht mal jemand helfen?

Viele liebe Grüße aus dem sonnigen Opua, Bay of Islands, Neuseeland.                                                                                                                                          Beate und Detlev Schmandt